Unsere Rückkehr nach Deutschland…

Jetzt sind wir schon ca. 20 Tage in Deutschland und wollten noch einmal über unsere Eindrücke berichten und diejenigen Dinge darstellen, die uns heute bewegen.

Als erstes: Wir verließen den Flughafen bei eisigem Wetter und Nieselregel, was – obwohl man sich darauf eingestellt hat – nach dem warmen Kenia doch ein Schock war. Vor allem, weil auch die Laune so sehr an Sonnenschein mit angenehmen Wind gewohnt war. Auch über den „Vorsicht Rutschgefahr“ Aufkleber im Bus am Flughafen mussten wir erst mal staunen und darüber, dass es für alles Sicherheitshinweise und Vorschriften gibt.  Dazu kam noch ein weiterer Eindruck, den ich vorher nicht so wahrgenommen hatte: dunkles Wetter, dunkle Kleidung. Im Vergleich zu der traditionell bunten Kleidung Kenias zeigt Deutschland sich als Trauerhaufen, tatsächlich beeilt sich jeder nur so schnell wie möglich ins Warme zu kommen, während man in Kenia bei jeder Begegnung stehen bleibt um sich zu unterhalten, auch auf Straßen, die wenig belebt sind ist ein Gruß hier nicht sicher.  Interessant ist, das man viele dieser Dinge ohne Auslandsaufenthalt nicht hinterfragt hätte, jetzt tatsächlich aber manchmal stutzig stehen bleibt und wir darin den unglaublichen Wert unser sechs Monate erahnen können.

Dazu kommt z.B. die Problematik z.B. Gleichaltrigen unsere Erfahrungen verständlich zu machen. Wie schon in vielen Blogposts vorher beschrieben führt ein Auslandsaufenthalt wie unserer dazu, dass man sich zwangsläufig mit Konsum, Entwicklungszusammenarbeit, Kolonialismus u.ä. beschäftigt und Werte bzw. Perspektiven erlangt, die in unserem Umfeld manchmal keine Bedeutung haben. Außerdem müssen wir uns auch jetzt damit beschäftigen, wie wir unsere Erfahrungen auch weiterhin in Deutschland, z.B. durch Engagement für unseren Verein pendaKenia, nutzen. Feststellen konnten wir auch, dass wir alltägliche Kleinigkeiten und Dinge, über die man sich vorher vielleicht geärgert hätte jetzt weniger Bedeutung beimessen, flexibler auf Situationen reagieren kann und viele Situationen einfach mit der kenianischen Leichtigkeit nehmen kann bzw. vieles als „First-World-Problems“ einfach abtun kann. Auch mehr Abenteuerlust auf verrückte Reiseziele und manchmal auch das Positionieren weg vom politischen Mainstream können wir an uns selber feststellen: Bei medialen Berichten über „Afrika“ und bei Spendenaufrufen hinterfragen wir viel mehr alle Positionen und Perspektiven und schütteln auch oft genug den Kopf. So ist Kenia für uns kein Entwicklungsland, dass von Korruption und Armut betroffen ist, sondern ein Land, welches geprägt ist durch bunte Märkte, Gastfreundschaft, einen bestimmten Lebensstil und eben auch ein Land, in dem wir uns so gut wie zu Hause fühlen könne und Menschen, zu denen wir immer zurück kehren können.

Gleichzeitig war und ist es aber eine Freude an einem vollen Frühstückstisch zu sitzen und nach langer Zeit die vermissten Lebensmittel – vor allem die Milchprodukte – zu genießen. Dabei kann man aber teilweise von den schieren Massen an Essen erschlagen werden; an gut gefüllte Kühlschränke, der Essensvielfalt – importiert aus jedem erdenklichen Land der Welt oder dem vielen Fleischkonsum muss man sich dann doch erst gewöhnen oder aber unsere Haltung überdenken. Dabei fällt mir immer noch oft auf, dass man hier gar nicht weiß woher sein Essen kommt und was in den Fertigprodukten alles drin ist und auch das Essen wird weniger bewusst konsumiert, ich würde fast so weit gehen und sagen, dass es weniger geschätzt wird. So ist die Masse an Essen leider schnell auch wieder selbstverständlich geworden und wir erinnern uns im Bezug auf unser Handeln oft auch an Kenia, um es in Relation setzen zu können. Auch bei Autobahnen die guten Straßen zu bestaunen und vor allem nicht mehr „Der Weiße“/“Der Europäer“ zu sein, sondern ein gewisses Maß an Anonymität zu genießen wird wohl ein bleibender Eindruck sein; wobei wir uns durch unsere sechs Monate in Kenia auch bewusst geworden sind, dass auch hier in Deutschland Menschen als „Flüchtlinge“, als „Migranten“, als „Dunkelhäutige“ tituliert werden und einen besseren Blick für die damit verbundene Diskriminierung erhalten durften.

Durch Kenia konnten wir viele verschiedenen Perspektiven erhalten ohne die wir ganz anders durch die Welt laufen würden – oft ist das ein Vorteil für uns, manchmal denkt man aber auch einfach ganz anders. Nach so kurzer Zeit ist es uns dennoch nicht möglich unseren ganzen Aufenthalt in den richtigen Kontext zu setzen und die Zeit wird noch zeigen, wie genau wir mit unserer Erfahrung umgehen werden. Für uns beginnt jetzt erst mal ein vier Monatiges Praktikum bei Freudenberg (Jona) und ein Umzug und Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg (Sophia). Wesentlich eigenständiger können wir uns auf all unsere Pläne einlassen, wesentlich besser Probleme lösen und auch das Selbstbewusstsein Kenia so gut geschafft zu haben lässt jede zukünftige Hausarbeit ziemlich klein erscheinen. Mit viel Optimismus blicken wir deshalb in unsere Zukunft und wissen aber auch, dass Kenia sicher nicht unser letzte Besuch auf diesem wunderbarem Kontinent war.

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Unsere letzte Wochen!

Mittlerweile sind wir wieder gut zurück in Deuschland angekomen und wurden mit einem super Brunch empfangen. Aber jetzt nochmal ein Bericht über die letzten Wochen.

Nach unserer Reise nach Tansania, waren wir erstmal wieder froh zurück in der Schule zu sein und alle Kinder und Jugendlichen wiederzusehen,da man sie ja dann doch schon etwas ins Herz geschlossen hatte. Zudem hatten wir duch das Seminar nochmals viele neue Spielideen, die wir umbedigt ausprobieren wollten.

Interessant war auch als wie besonders es angesehen wurde, dass wir in Tansania waren, obwohl die Grenze von Kisii aus ja doch nur wenige Stunden entfernt ist und einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann. Anscheinend war fast noch niemand aus beiden Schule jemals dort gewesen.

Zudem haben wir unsere Englischklassen verloren, da auf Grund einerneuen Schulleiterin an der Onsando Girls Academy, alles etwas auf den Kopf gestellt wurde. War aber eigentlich kein Problem, weil wir so halt mehr Zeit in der Special Needs Unit der Primary School verbringen konnten, was super war! Wir hatten wirklich viel Spaß mit den Kindern, vor allem weil wir sie mittlerweile auch so gut kannten, sodass wir gut auf ihre unterschiedlichen Bedürfnisse und auch Einschränkungen eingehen konten. Außerdem haben wir einige Aktionen mt ihnen gemacht, wie viel Sportunterricht (was die Kinder glaube ich ziemich gut fanden, weil sie nach unserem Gefühl her sich oft einfach nur normalen Unterricht wie den der anderen Schüler wünschen), Wasserfarbenmalen (Handabdrücke mit Wasserfarben), “Mensche Ärger Dich Nicht“ spielen, Chapatis machen und das Highlight, welches wir zum Abschluss gemacht haben an einen unserer letzten Tagen: Stockbrot! Den Teig hatten wir bei uns im Haus schon vorbereitet und die Kinder hatten als Hausaufgabe auf Stöcke zu sammeln und dann haben wir einfach mitten in der Schule ein Lagerfeuer gemacht. Das hat glaube ich allen sehr viel Spaß gemacht und auch die Lehrer meinten, dass das jetzt in den Lehrplan aufgenommen wird. Außerdem haben wir als Abschiedsgeschenk neben Süßigkeiten einen Film für sie erstellt, aus allen Bildern die wir so über die letzte Monaten gemacht hatte und ein paar Videos die wir extra in den letzten zwei Wochen gedreht hatten. Außerdem hatten wir in diesem Rahmen nochmals die paar Schüler besucht, die auf Grund von ihrer Einschränkung nicht in die Schule kommen können, um auch ein Bild von ihnen für den Film zu haben. Insgesamt war der Film dann auch satte 40 Minuten lang und bei der Premiere waren glaube ich alle begeistert. Die Kinder waren so aufgeregt sich im Fernseher zu sehen und auch immer wenn sie einen ihrer Freunde wiedererkannten musste der Name gerufen werden, was dann meistens noch mit Lachen begleitet war. Den Film kann ich leider nicht auf WordPress hochladen, weil man dafür die kostenpflichtige Premiumversion braucht, aber ich zeige euch den Film liebend gerne wenn wir uns mal sehen.

Aber auch an der Onsando Girls Academy hatten wir eine gute Zeit. Da die Schülerinnen mittlerweile den ganzen Tag Unterricht hatten, konten wir sie leider nicht mehr so oft sehen. Aber trotzdem ging das noch während des Sportunterrichts (den durften wir behalten), den Pausen und der Games Time, welche zwischen 16 und 17 Uhr war. In der Games Time haben viele Handball trainiert, weil  bald ein Handball Schulwettbewerb stattfindet, wo man sich immer für eine nächste Runde qualifizieren kann. Dies geht soweit, dass man theoretisch irgendwann gegen die besten Schulen aus ganz Ostafrika spielen kann. Außerdem wurde ein Modern Dance einstudiert, da eine Woche bevor wir gingen ein Drama Festival war, was nach einem ähnlichem Schema wie der Handballwettbewerb verläuft. Dorthin haben wir und ein anderer Lehrer unsere Schülerinnen dann begleitet. Wir waren wirklich begeistert von dem Festival, da dort auch einige etwas bessere Schulen, vor allem Privatschulen unterwegs waren und einige dieser Schüler/innen wirlich super Auftritte hinlegten in Kategorien wie Cultural Dance, Modern Dance, Drama, Chorus, Sketch uvm. Dabei waren einige Auftritte auch sehr kritisch und satirisch gegen Kenia und präsente Probleme wie Korruption, Armut oder Terrorismus vertreten. Alles war intellektuell auf sehr hohem Level und dabei war dieser Wettbewerb noch auf Schuldistriktlevel, also auf der niedrigsten Instanz. Wir waren wirklich begeistert. Unser Abschied war auch von dieser Schule sehr rührend.  Für die Schüerinnen hatten wir jeweils eine Tüte bestehend aus Süßigkeiten, drei Bleistiften, einem kleinen Anhänger, einem kleinen Radiergummi und zwei Luftballons, zusammengestellt. Dazu haben wir jeder Schülerinn ein Tuch geschenkt, welche wir vorher in Deutschland von vielen netten Freunden und Bekannten erhalten hatten … nochmals vielen Dank dafür! Die Schülerinnen haben sich wirklich sehr gefreut und es war auch wirkich lustig sie dann alle mit der gleichförmigen Uniform zu sehen, aber dann jede mit einem bunten Tuch entweder auf dem Kopf, um den Hals oder manchmal sogar als Umhang. Das alles lief auch sehr zivilisiert ab, niemand wurde gierig, davor hatten wir im Vorfeld am meisten Angst.

Ansonsten waren wir sehr beschäftigt nochmals einige Leute zu treffen (dafür waren wir auch nochmal ein Wochenende in Kisumu), letzte Besorgungen zu machen und natürlich das Haus wieder in Ordnung zu bringen, bzw. alles in unsere Koffer zu quwetchen. Das war echt ein Akt das so hinzubekomen, dass kein Koffer über 23 kg ist. Am Ende waren alle dann doch so 24 kg schwer, aber wir hatten zum Glück einen sehr kulanten Lufthansa Mitarbeiter bei der Gepäckabgabe. Die letzten zwei Tage haben wir dann noch in Nairobi bei Florence verbracht und hatten dann auch einen emotionalen Abschied, obwohl wir uns auch schon sehr auf Deutschland gefreut haben, aber so einiges werden wir dann doch an Kenia vermissen.

Keine Sorge Leute der Blog ist noch nicht zu Ende, denn es müsen noch Bilder hochgeladen werden und es werden auch noch Artikel komen die schon geplant sind. Also schaut immer mal wieder vorbei!

 

 

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Eine wunderschöne Woche auf Sansibar

Nach unserem Seminar in Dar Es Salaam reisten wir sechs Keniafreiwillige in einer überklimatisierten Fähre weiter auf die Traumhafte Insel Sansibar und wurden wie schon die Woche davor von der Hitze überrascht, die so im Kontrast steht zur Regenzeit in Kisii.
Unsere erste Nacht verbrachten wir in Stonetown, der bekannteste Stadtteil der größten Stadt Sansibars, in einem wunderschönen Hostel mit Dachterasse mit Meerblick, lauter Teppichen, Sisha und grünem Tee, sowie wunderbar kreativ eingerichtete Räume mit bunten Stoffen, Photographien und Weinlampen – das ganze konnten wir zur Freude unserer Backpacker Herzen für nur acht Dollar genießen. Durch Stonetown Gassen zu laufen, den lokalen Foodmarket zu erkunden, die arabischen Einflüsse zu bewundern und das türkisene Meer zu entdecken war dabei ein gelungener Anfang unserer Reise, die uns gleich am nächsten Tag in das im Norden gelegene „Partydorf“ Nungwi führen sollte. Hier genossen wir hauptsächlich das Meer, Strandspaziergänge und eine Schnorcheltour bei Wellengang, was sowohl das Schnorcheln als auch die Rückfahrt zu einem echten Abenteuer machte. Interessant war wie viele Italiener in Nungwi zu finden waren, wie der Strand größtenteils und leider von riesigen Hotels gesäumt war und dass wir von den Touristen den Eindruck hatten hauptsächlich am Meer und am Feiern interessiert zu sein und weniger an der Kultur. Vielleicht sind wir nach unserer Zeit hier in Kenia einfach anders sensibilisiert für solche Dinge, jedoch fanden wir es alle erschreckend wie knapp begleidet viele Touristen auf einer muslimischen Insel herum liefen und damit nicht gerade ihren Respekt vor der lokalen Kultur zum Ausdruck brachten. Weiterhin erinnerungswürdig an unsere Zeit in Nungwi war definitiv unser hyperaktive Hostelbesitzer, der 24/7 am bauen war, kein Schild für sein Hostel aufstellen wollte um keine Steuern zahlen zu müssen, alles was man nannte als „crazy idea“ bezeichnete, auf Gitarre ein Lied über ‚Gulasch und Kartoffel‘ begleitete, uns mit selbstgekochten Malzeiten so viel überschüttete, dass wir uns fragten wie sein Hostel Gewinn abwerfen kann und der uns dann auch noch prompt eine kostenlose Unterkunft für unseren letzten Abend in Stonetown in seinem zweiten Hostel anbot. Nungwi hatte dabei die schönsten Strände für uns zu bieten, unser nächstes und letztes Reiseziel an der Ostküste, genannt Paje,  überzeugte aber dann hauptsächlich durch das andere Puplikum. In Paje trafen wir dann auf viel jüngere und weniger wohlhabend und uns mehr gleichgesinnte Reisende, hier wird viel Kite Surfing betrieben und besonders genießen konnten wir neben den Strandparties auch wieder in den Genuss italienischen Essens zu kommen. Auch in Paje hatten wir wieder unglaublich viel Glück mit der Unterkunft, eine Art Geheimtipp von anderen Freiwilligen direkt am Strand – etwas, dass wir bei dieser Reise besonders schön fanden war demnach auch einfach die Unterkünfte, nur das nötigste dabei zu haben, in viel zu vollen Bussen Musik zu teilen und abends zusammen zu sitzen. Aber auch der arabische Einfluss war ein sehenswerter Einblick z.B. dass die Frauen sich mit wunderschön bunten Tüchern verschleiern oder wie vielfältig die lokalen Märkte sich uns zeigten, genau so wie das Differenzieren unsererseits von einer bestimmten Art des Tourismus.
Von Sansibar nehmen wir nur positive Eindrücke mit, die neben den wunderschönen Stränden auch sehr stark auf die von uns getroffenen Menschen zurück zu führen ist.

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Viele neue Denkanstöße …

Hi Leute, wir leben noch und haben unsere Reise mit vielen tollen Erfahrungen und Eindrücken beendet. Eins ist sicher: es hat sich auf jeden Fall gelohnt!
Los ging es vor knapp 3 Wochen mit einer ungefähr 25 stündigen Busfahrt nach Dar Es Salam (DAR). Ausgerüstet mit Jacken und Decken verließen wir das kühle verregnete Kisii um uns dann im 35 Grad heißen Dar Es Salam mit absolut unpassender Kleidung wiederzufinden – aber naja man hätte es sich ja eigentlich denken können, da DAR ca. 2000 Meter tiefer liegt und direkt am Indischen Ozean ist.
Der eigentliche Sinn unsere Reise war die Teilnahme an dem Mittelseminar der Weltwärtsorganisation Via aus Deutschland, über die wir durch die anderen Freiwilligen hier in der Gegend in Kontakt gekommen sind. Eine Weltwärtsorganisation ist eine Organisation die am Weltwärtsprogramm teilnimmt, welches durch das BMZ (Bundesministerium für Entwicklung und Wirtschaftliche Zusammenarbeit) finanziert wird und 2007 durch die SPD ins Leben gerufen wurde. Es ist ein Programm, welches Jugendliche im Alter zwischen 18 und 28 bevorzugt in Länder des globalen Südens schickt mit dem Ziel des interkulturellen Austausches. Häufige Einsatzstellen sind hierbei bevorzugt Weisenhäuser, Schulen mit Menschen mit Behinderung und Umweltorganisationen. Also an sich sehr ähnlich mit dem was wir hier machen.
Das Seminar ging dann auch direkt los und war erstmal super spannend, da wir direkt viele neue Leute, die in ganz ähnlichen Situation ihre letzten 5 Monate verbracht hatten kennenlernten.  Insgesamt waren wir also ca. 16 Frewillige aus Kenia und Tansania. Und genau dieser Austausch von Erfahrungen, Herausforderungen und Gedankenanstößen stand im Vordergrund des Seminars. Geleitet wurde das Seminar von zwei sehr erfahrenen Deutschen, die auch schon seit mehreren Jahren in DAR wohnen und somit eine gute Idee von unseren Eindrücken hatten und uns außerdem über einige Kulturelle Verknüpfungen und Hintergründe aufklären konnten. Also wie schon erwähnt stand bei diesem Seminar der Austausch der Freiwilligen im Vordergrund,  weswegen  viel aus den jeweiligen Projekten erzählt wurde und jeder von den eigenen Schwierigkeiten, Erwartungen, aber auch Ideen die den anderen behilflich sein könnten wie z.B. Kinderspiele, berichtete. Zudem wurde es sich aber auch mit unserer Meinung nach besonders spannenden Themem befasst, wie die Entwicklungszusammenarbeit an sich.  Hierbei wurde die Sinnhaftigkeit hinterfragt und wenn sinnhaft, wie genau sollte die sogenannte „Zusammenarbeit“ denn Aussehen? Bringt es überhaupt etwas wenn die arroganten Menschen des „Westens“ nach Kenia bzw. Tansania kommen, ihre westlichen Werte propagieren und wirtschaftliche Abhängigkeit schaffen? Gab es das nicht schonmal unter dem Namen „Kolonialismus“? Hierbei wurde dann auch, was wir besonders schätzenswert fanden, über die Sinnhaftigkeit des Weltwärtsprogrammes an sich diskutiert: Ist es denn noch noch ein interkultureller Austausch, wenn deutsche Frewillige überall in die Welt gesendet werden, aber fast niemand die Möglichkeit hat nach Deutschland kommen kann? (Es gibt Platz für ca. 300 Freiwillige aus der ganzen Welt in Deutschland, aber ungefähr 4000-5000 Plätze für deutsche Freiwillige in der Welt). Und ist es überhaupt sinnvoll unausgebildete junge Leute in Projekte zu schicken, wo sie meinen alles besser zu wissen, aber eigentlich keine wirkliche praktische Ausbildung besitzen? Wie kann es sein, dass im Weltwärtsprogramm fast ausschließlich Abiturienten teilnehem, obwohl es zugänglich für jeden Deutschen mit irgendeiner Art von Schulabschluss ist? Aber ich glaube besonders über die Entwicklungszusammenarbeit und ihre Sinnhaftigkeit werden wir noch einen gesonderten Artikel schreiben. Genau das hat uns auch so sehr an dem Seminar gefallen, weil wirklich alles einmal kritisch hinterleuchtet wurde und auch die Ursachen von gewissen Problemen betrachtet wurden, die sehr oft auch auf uns in Europa zurückzuführen sind. Außerdem gab es eine Einheit mit dem Namen „Postkoloniale Grüße“, welche sich besonders mit dem Schreiben von Blogs und Berichten jeglicher Art befasst hat, da man hierdurch oft auch ungewollt Clichés und Stereotypen verbreiten kann, ganz nach dem Motto: wer postet schon ein Bild von den hoch modernen Supermärkten, die es übrigens in hoher Zahl gibt und unseren in Deutschland auch teilweise überlegen sind … da posten Leutr doch lieber von den Dingen die sie besinders beschäftigt hat wie den Slums, oder den armen benachteiligten Kindern. Das ist auch ein großes Problem der NGOs, da sie auf Probleme aufmerksam machen wollen, was auch richtig ist, aber sich dadurch auch bei vielen Leuten, die vielleicht noch nicht so oft Europa verlassen haben, das Bild von Afrika als der Kontinent der Armut und der ewigen Wüste,  wo Menschen verhungern, manifestiert wird, obwohl es oftmals gar nichts mit der Realität zu tun hat. Hier hat man sich dann doch auch etwas Sorgen über seinen eigenen Blog gemacht und gehofft, dass man sich hier keinen allzu großen Vaux Pas geleistet hat. Ein weiteres Problem was hier oft aufgeworfwen wurde ist die Vereinheitlichung von „Afrika“. So können wir z.B. nur über Kisii in Kenia sprechen, ein kleiner Teil Kenias und Kenia als ein kleiner Teil von Ostafrika und Ostafrika als eine von mehreren Regionen in Afrika. Das ist nämlich ein weitverbreitetes Problem bei uns in Deutschland, aber bestimmt auch in anderen Ländern,  dass man dazu tendiert, oftmals auch einfach aus Unwissen, über Afrika fast schon als Land zu sprechen und die riesen Diversität von über 50 Ländern und weit mehr Kulturen abzuerkennen. So hat zum Beispiel Kenia und Tansania zusammem schon über 130 verschiedene Stämme, die sich alle voneinander unterscheiden. So nervt es uns doch auch in Deutschland, wenn auf einmal z.B. Bayern für ganz Deutschland stehen soll, oder wir für Taten in Großbritannien verantwortlich gemacht werden,  weil wir ja „nur“ Europa sind.
Zudem haben wir zwei Ausflüge übernommen, einmal nach Bagamoyo, die ehemalige von den deutschen Siedlern festgelegte Hauptstadt Tansanias, die auch eine Hochburg des Sklavenhandels war, und zweitens in die Rosa Luxemburg Stiftung, eine Stiftung aus Deutschland, die eng an „DIE LINKE“ gebunden ist, wo wir viel über politische Arbeit aus Deutschland in Ostafrika (Uganda, Kenia, Tansania, Ruanda und Burundi) erfahren konnten. Solche Stiftungen gibt es von jeder der großen Parteien in Deutschland,  die im Ausland aber viel enger kooperieren, als sie es in Deutschland machen,  weswegen auch der Leiter der Konrad Adenauer Stiftung (CDU) in DAR beim Ausflug anwesend war.
Also wir ihr bestimmt schon bemerkt habt, hat uns das Seminar nochmals viele neue Denkanstöße gegeben,  bzw. Themen die wir auch so schon oftmals diskutiert haben weiter vertieft. Ich denke genau deswegen hat es sich auch wirklich gelohnt daran teilzunehmen.
Nach dem Seminar ging es dann nach Sansibar, aber darüber berichten wir dann demnächst nochmal.  Bilder werden hoffentlich wie immer nachträglich noch angefügt.

Around three weeks ago we started our twenty five hour long bus journey from rainy Kisii to the warm area around Dar Es Salaam. The main reason of our journey was our participation in a seminar dealing with volunteer and NGO work, organized by an organization that takes part in the German weltwärts programm, a programm supported by the German ministry of development and economic cooperation, which sends German students between 18 and 28 to countries belonging to the global south. The volunteers mostly work in social projects such as schools, kindergardens, nurseries or environmental organisations.
Soon after we arrived we met the other 14 volunteers, both from Kenya and Tanzania. All in all the seminar was the perfect opportunity for us all to share our experiences, questions and struggles, but also to look deeper into controversial topics such as the substainability of such a programm, NGO work in general and to draw connections to colonialism and clichés such as naming Africa as one country and therefore generalizing the diversity of this continent. Thankfully, we were also able to see parts of Dar Es Salaam during two trips, one to Bagamoyo, the former German capital during times of colonialism and to two german political institutions, supported by the party „Die Linke“ and the „CDU“. Both of them presented their work in East Africa such as the support of democratic activities. While the parties in german politics are quite different they work closely together here.
We are both more than glad we were able to join as the seminar and the entire week helped us to see things from a different perspective as well as meeting like minded people and sharing lots of late night talks outside. All in all, a really beautiful week.

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2 Wochen Tansania! // 2 weeks in Tanzania!

Hi Leute, also wir werden am Samstag in Richtung Tansania aufbrechen für ca. 2 Wochen. Dort werden wir an einem einwöchigen Seminar in Dar Es Salam für Freiwilligendienstler aus Ostafrika teilnehemen. Danach werden wir uns mit ein paar anderen Teilnehmern noch eine Woche nach Sansibar abseilen, um dort mal zu gucken wie gut es sich im Indischen Ozean baden lässt 🙂 Also freut euch auf einen super Blogeintrag in 2-3 Wochen über Tansania!

On Saturday we will start our journey to Tanzania where we will stay for about two weeks. The first week we will attend a seminar in Dar Es Salam for volunteers in East Africa. After that we will enjoy the beautiful beaches of Zanzibar for another week. So look forward towards a great new post about Tanzania in about 2-3 weeks 🙂

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Back home in Mekenene, after a great long journey …

Die eineinhalb Monate langen Winterferien sind vorüber,  ab morgen beginnt der Schulalltag wieder und wir möchten in diesem Beitrag über das berichten, was wir in dieser Zeit erlebt, gelernt und gesehen haben.
Wie schon berichtet durften wir den Anfang unserer Ferien in Kenias Hauptstadt Nairobi verbringen. Neben der „Arbeit“ war es uns ein Vergnügen Nairobi als sehr lärmende, überfüllte,  aber auch internationale und Aufregende Stadt zu erkunden, sei es auf den bunten und doch sehr touristischen Kunstmärkten, auf denen man allerlei Schätze erstehen kann, vor Gebäuden wie dem Supreme Court oder der nationalen Bank, oder in kleinen Hotelis das billige, vielfältige und leckere Essen zu genießen. Zwei Wochen in Nairobi zu sein war für uns u.a. auch deshalb eine wertvolle Erfahrung, weil uns der Kontrast zwischen Mekenene und den Städten hier noch einmal viel bewusster geworden ist, eigentlich sind die zwei nicht zu vergleichen. Nach unserer Rückkehr nach Mekenene, unserem tollen Einblick in das Essen und Musikreiche Weihnachten der Familie hier wurden wir dann von Jonas Eltern, Nachbarn und Gladys Familie besucht. Wir verbrachten ein paar Tage in der Nähe,  jedoch war es wieder ein schöner Einblick in das Leben einer kenianischen Familie, Gladys Familie,  wie immer sehr herzlich, sehr familiär, mit so vielen Familienmitgliedern, dass das Haus aus allen Nähten platzte, das gleiche gilt auch für das Essen und unsere Bäucher. Für uns zwei war es auch besonders schön den Anderen ein paar Dinge an Kenia zu zeigen, für die man normalerweise ein bisschen Zeit zum entdecken brauch und bei allem die sehr streng angewandten Verhandlungsregeln beim Kaufen anzuwenden 😉 Auch ein Tagesausflug nach Kisumu war eine schöne Erfahrung, mit Boot auf dem Lake Victoria fuhren wir in ein kleines Fischerdorf namens Dunga, mit wunderschöner Aussicht und dem besten Fisch!
Besonders interessant war es für uns zwei dann als wir die uns schon bekannte Gegend verließen und uns auf den Weg nach Nakuru zu machen, um dort unsere Tour durch verschiedene Nationalparks anzutreten (Nakuru National Park, Lake Bogoria, Fahrrad Safari im Hells Gate National Park und last but not least Massai Mara). Alle Safaris waren für uns unglaublich interessant und es ist schon ein tolles Gefühl über dirt Roads mit offenem Dach, im Auto stehend durch Savannen ähnliche Landschaft zu fahren und so nahe an wunderschönen Tieren, sei es Löwen, Giraffen, Elephanten, Geparden, Leoparden, Gazellen uvm., zu sein. Man scheint sehr weit weg von allem anderen zu sein und ist nur ein winziger Teil dieser Weite, was ein sehr schönes und einprägsames Gefühl ist. Auch die Aufregung ein Tier zu erspähen, das eher ungewöhnlich und schwer zu sehen ist, ist dabei ein täglicher kleiner Erfolg und man ist dankbar einer von denen Menschen zu sein die so privilegiert sind Teil dieser Erfahrung zu sein. Die Nationalparks waren dabei wirklich das absolute Highlight der Reise und wir werden sie sicher lange in Erinnerung halten.
Ironischerweise hat die Regenzeit überall außer in Kisii aufgehört und jetzt sitzen wir in traditionellen Decken eingewickelt und erwarten den ersten Schulltag morgen, freuen uns aber auch schon gleich auf unsere nächste große Reise Ende Januar, zwei Wochen Tanzania und auf alle weiteren Eindrücke,  die wir immernoch sehr zu schätzen wissen. 
Über diese wollen wir bald auch noch in einem zweiten Zeitungsartikel schreiben, der ersten veröffentlichte erschien um Weihnachten im Griesheimer Anzeiger.
Euch allen ein frohes Neues Jahr und liebste Grüsse aus dem wieder sehr ruhigen Mekenene!

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Back in Mekenene – our one and a half long winter holidays are iver and we are about to start work in the school again tomorrow (it actually started last week on Tuesday,  but not many where there). During our holidays, we were able to learn so much. 
The first two weeks in Nairobi, enjoying the city life and working in a mentoring program, learning about very different lifestyles in the countryside compared to the big city, which are almost not comparable at all.
Then over Christmas my parents, the family of Gladys and other friends visited and we were able to celebrate Christmas twice, once gere in Mekenene with the Onsabdi family and the second time together with Glady’s family, where we stayed for almost a week. I think I have never eaten more than in this week, since a Kenyan Christmas is all about family and sharing food.
After that real excitement started for us, because we left familiar territory and went to Nakuro, to visited some of the beautiful Nationalparks (Lake Nakuro Nationalpark, Lake Bogoria, Hells Gate, where we did a bike safari and the famous Kenyan part of the Serengeti, called Massai Mara) Those safaris were one of the best things we have ever done, because it is such a great feeling of freedom while driving standing up with an open roof trough the beautiful landscapes of Kenya, seeing hundreds of animals living together.
Now our everyday life starts again, but we are already looking forward to our next trip in the end of January to Tanzania for two weeks 🙂

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Our Christmas in Kenia

Prinzipiell war die Vorweihnachtszeit in Kenia nicht ganz so schön und festlich wie in Deutschland,  auch weil bei Temperaturen in den Zwanzigern kein wirkliches Weihnachtsgefühl aufkommt. Interessant ist aber, dass Weihnachten als christliches Fest hier noch eine viel grössere Bedeutung hat als bei uns und eben auch noch nicht so kommerzialisiert ist. Für die meisten bedeutet Weihnachten hier freie Tage und eine Reise raus aus der Stadt zur Familie auf dem Land.
In Weihnachten haben wir mit einem anderem deutschen Freiwilligen in Kisii reingefeiert, inklusive improvisierter Vanillekipferl, gitarren begleitetetes und sehr schräges Imagine von den Beatles und Zuckerrohrschnaps mit Zimt und frischen Orangen. Alles in allem ein gelungener Abend.
Am 24. bei unserer Rückkehr nach Mekenene durften wir an einem Familienessen teilnehmen, danach wurde noch ganz toll gesungen. Sehr interessant war für uns u.a. dass neben den klassischen Weihnachtsliedern a la ‚on the twelth day of Christmas my true love said to me..‘ auch Lieder aus dem black empowerement movement, z.B. ein Lied über Nelson Mandela, gesungen wurde,  was für uns dann doch nochmal ein sehr interessantee Einblick in die Kultur war. Sieht man mal von diesen Liedern ab sind wir hauptsächlich dadurch aufgefallen,  dass wir keinen der Texte konnten und ansonsten auch sehr viel weniger musikalisch als der restliche Teil der Familie waren.
Der für uns zweite Weihnachtstag war dann primär von viel Essen geprägt, womit wir dann wieder sehr ans deutsche Weihnachten erinnert wurden. Schön war auch, dass in den für Kenia sehr zahlreich vorhandenen Gebeten ein grosser Teil auch denen gewitmet wurde, die an diesen Tagen nicht so zahlreich essen konnten. Auch zahlreiche Gespräche mit Familienmitgliedern die in England oder den USA studieren,  über Politik und unsere Zeit in Kenia waren sehr bereichernd.
Schönerweise wurden wir dann am 25. Abends von Jonas Eltern und Nachbarn abgeholt,  um unsere Rundreise durch Kenia zu beginnen. . Wir freuen uns auf die Reise und wünschen ein verspätetes schönes Weihnachtsfest!

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